Volleyball | Bundesliga Dresdner SC: Leistungsträgerin bleibt, aber Waibl schlägt Alarm

Das Volleyballteam des Dresdner SC liefert seit einem Jahrzehnt zuverlässig Titel. Ist damit bald Schluss? Trainer Alexander Waibl ist sich sicher, wenn sich einige Probleme nicht lösen, führt der Weg nach unten.

Gold im Supercup, Silber im Pokal und Bronze in der Meisterschaft: Alles Paletti beim Volleyball-Bundesligisten Dresdner SC. Könnte man zumindest meinen. Doch Friede, Freude, Eierkuchen herrscht hinter den Kulissen des erfolgreichen Volleyballvereins nicht. Trainer Alexander Waibl, seit 2009 Trainer beim DSC, macht während des Fanfestes am Dienstagabend (26.04.2022) auf die Probleme aufmerksam und stellt Titel am Fließband wie zuletzt in Frage.

"Na klar ist es immer das Ziel, Titel zu gewinnen, aber Stuttgart ist uns finanziell ums Doppelte enteilt, auch Teams wie Potsdam ziehen nach, Schwerin ist sowieso immer einen Tick vor uns. Wenn wir es nicht schaffen, bei uns in der Stadt die Strukturen für den DSC so zu verändern, dass wir eine vernünftige Spielstätte bekommen und unsere Budgets deutlich vergrößern, dann werden wir auf absehbare Zeit nichts gewinnen", macht der 53-Jährige klar.

Mann im Intervie 1 min
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Janiska - die "entscheidende Spielerin" bleibt

Am mangelnden finanziellen Topf lag es sicherlich auch, dass Maja Storck den DSC verlässt. "Wir hätten sie gern behalten", bekräftigte Waibl, allerdings lässt sich in anderen europäischen Ligen deutlich mehr Geld verdienen. Umso glücklicher ist der Trainer über die Vertragsverlängerung von Jennifer Janiska bis 2024. "Sie ist unsere entscheidende Spielerin. Wir sind sehr dankbar, dass sie bleibt", sagte Waibl dem MDR. Die 28-Jährige habe das Team in den letzten beiden Jahren von innen heraus geführt. Sie sei verantwortlich für die Kultur des DSC und trage auch Verantwortung in den schwierigsten Situationen. Waibl: "Ein echter Profityp eben."

"Mutterrolle gefällt mir gut"

Janiska ist mit ihrer 28 schon der Oldie in der Mannschaft. "Ich fühle sehr wohl in dem Team mit vielen jungen Spielern. Die Mutterrolle gefällt mir ganz gut", lacht die Außenangreiferin, die seit 2020 in Dresden spielt und vor allem von dem familiären Umfeld begeistert ist. "Das tut mir gut und hat mich bewegt, hier noch mal zu unterschreiben." Auch in der neuen Saison wird Janiska wieder ein Vorbild für aufstrebende Talente sein. Der DSC setzt den Weg, den eigenen Nachwuchs in der ersten Mannschaft zu etablieren, fort.

Jennifer Janiska 1 min
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"Nur mit Nachwuchsleuten gewinnt man keine Titel"

Sieben Spielerinnen verlassen den Verein - mit Ausnahme von Storck - mussten sie gehen. "Im Volleyball ist es so, das sechs bis sieben Spielerinnen ausgetauscht werden. Maja Stock wollten wir gern halten, bei den anderen Spielerinnen ist es so, dass sie in Konkurrenz mit unseren Nachwuchsspielerinnen stehen, für die wir Platz schaffen mussten", erklärt Waibl und ergänzt: "An manchen Stellen stimmt auch das Preis-Leistungsverhältnis nicht mehr, weil wir nun mal keinen Topf haben, der jedes Jahr wächst." Mit jeder Vertragsverlängerung, die man vornehme, werde das Gehalt in der Regel nicht kleiner.

Der DSC hat das Glück, seit Jahren einen starken und erfolgreichen Nachwuchs zu haben. "Wir haben momentan eine sehr gute Talentelage und versuchen junge Spielerinnen über drei Jahre in Spitzenpositionen aufzubauen. Wir werden aber nicht umhinkommen, auch mit erfahrenen Leistungsträgerinnen zu agieren. Nur mit Nachwuchsleuten gewinnt man keine Titel", wird der Trainerfuchs deutlich.

Gute Gespräche beim Thema Spielstätte

Positiv stimmt die Tatsache, dass in die Hallenthematik Bewegung kommt. DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann: "Wir befinden uns in guten Gesprächen. Es gibt einen Planungsauftrag für die Spielstätte des DSC. Ein entsprechender Stadtratsbeschluss dazu liegt vor." Der DSC könne mit Fug und Recht behaupten, im letzten Jahrzehnt geliefert zu haben, so Zimmermann. Konkret sind es elf Titel, die die Elbestädterinnen in den 13 Jahren, in denen Alexander Waibl die Mannschaft trainiert, holte. Allein dies sollte für so viel Unterstützung sorgen, dass der DSC Rahmenbedingungen findet, die für einen Champions-League-Teilnehmer und mehrfachen Deutschen Meister würdig sind, findet Zimmermann - und steht mit dieser Meinung nicht allein da.

Sanny Stephan

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 27. April 2022 | 19:30 Uhr

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